General-Purpose AI (GPAI) – Art. 51–56
Definition
GPAI-Modelle sind KI-Modelle, die für eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben eingesetzt werden können (z.B. Large Language Models wie GPT, Claude, Gemini). Sie werden nicht für einen spezifischen Zweck trainiert, sondern können nach dem Training für verschiedene downstream-Aufgaben adaptiert werden.
Abgrenzung GPAI-Modell vs. GPAI-System
| GPAI-Modell | GPAI-System | |
|---|---|---|
| Was | Das trainierte Modell selbst | Ein System, das ein GPAI-Modell integriert |
| Wer reguliert | Der Modell-Provider (OpenAI, Anthropic, Google, etc.) | Der System-Provider (wer das Modell in ein Produkt integriert) |
| Pflichten | Art. 53 (alle), Art. 55 (bei systemischem Risiko) | Abhängig von Risikostufe des Systems |
Systemisches Risiko (Art. 51)
Ein GPAI-Modell hat systemisches Risiko, wenn:
- Kumulative Rechenleistung für Training > 10²⁵ FLOPS, ODER
- Die EU-Kommission das Modell entsprechend einstuft (aufgrund hoher Fähigkeiten/Auswirkungen)
Provider von GPAI-Modellen mit systemischem Risiko haben zusätzliche Pflichten (Art. 55).
BAUER GROUP Perspektive
Die BAUER GROUP ist derzeit kein GPAI-Modell-Provider. Eine zukünftige Eigenentwicklung von Modellen ist nicht ausgeschlossen. Unsere aktuelle Rolle ist:
- GPAI-Deployer — wir nutzen GPAI-Modelle (Claude, GPT, etc.) als Tools
- Potenziell System-Provider — wenn wir GPAI-Modelle in Kundenprodukte integrieren
Die GPAI-Provider-Pflichten (Art. 53, 55) treffen nicht die BAUER GROUP, sondern Anthropic, OpenAI etc. Die Verantwortung verschiebt sich erst, wenn wir ein GPAI-basiertes System unter eigenem Namen als Hochrisiko-System in den EU-Markt bringen.